Die Geschichte der Samtgemeinde Flotwedel

Auf den üblichen Landkarten werden Sie die Ortsbezeichnung Flotwedel vergeblich suchen, und Sie werden sich die Frage stellen, ob es sich hier nicht vielleicht um ein modernes Kunstwort ohne geschichtlichen Hintergrund handelt, vielleicht um eine Wort-Neuschöpfung in reformbegieriger Zeit, in der auch sonst alles und jedes einen neuen Namen bekommt.

Nein, so ist es hier nicht. Es handelt sich bei dem Namen unserer Samtgemeinde viel mehr um eine alte Landschafts- und Gaubezeichnung, die schon fast in Vergessenheit geraten war. Unter diesem Namen werden 1971 die Gemeinden Bröckel, Eicklingen, Langlingen und Wienhausen zusammengefasst, die ihrerseits wieder aus den Zusammenschlüssen kleinerer, früher selbstständiger Gemeinden bestehen. Und deren Namen finden Sie auf (fast) jeder Karte.

Das Wappen, das sich die Samtgemeinde gab, zeigt ein Mühlrad zwischen zwei Wasserwellen. Die Wasserwellen sollen die Lage der Samtgemeinde zwischen Aller und Fuhse symbolisieren. Das Rad-Kreuz  steht für die vier Mitgliedsgemeinden und die 18 Radschaufeln oder Wasserbretter sollen an die 18 einst selbstständigen Gemeindeteile erinnern. Das ist doch alles recht sinnvoll, wenn es Leute gibt, die beim Blick auf die kleinen Wasserschaufeln sagen, dass es damit hier nichts anderes sei als anderswo und früher auch: Es träfe immer die Kleinen, die angetrieben würden.

>> Flutwide <<, >> Vludweddel <<, >> Flauderwell << sind namensvorläufer des >> Flotwedel <<. Zweifelsfrei ist die Deutung des Wortes nicht. Es findet sich zuerst in einer Grenzbeschreibung um das Jahr 1000. Überwiegend wird die Erklärung als >> Wasserwald << also am Wahrscheinlichsten genommen. Aber auch ein Gebiet, in das man sich flüchtend zurückzieht oder das besonders fruchtbar ist, kann gemeint sein. In den Schatzregistern von 1438 findet sich die Bezeichnung sowohl als Amtsbezirk wie auch als Familienname wieder. Eine erste Karte unserer näheren Umgebung (1590) nennt als Amtsbezirk die Vogtei Eicklingen und bezeichnet den Landstrich von Flackenhorst bis Wiedenrode >> Flutwedel <<.

Ursprünglich wurde jedoch mit dem Namen ein wesentlich größeres Gebiet bezeichnet, das sich  besonders nach Süden und Westen weiter ausdehnte und keineswegs nur  >> Wasserwald << war.

Bodenfunde zeigen, dass das Gebiet der heutigen Samtgemeinde  schon früh besiedelt war. Funde aus der mittleren und späten Steinzeit (bis etwa 1800 v. Chr.), Gräber aus der Bronze- und Eisenzeit (1800-800 v. Chr./ab 800 v. Chr.) beweisen dies. Gegen Ende der germanischen Völkerwanderung drängten die aus dem Norden und Nordwesten kommenden Sachsen das Reich der Thüringer (an deren Nordgrenze unsere  Heimat bis dahin lag) weiter nach Süden zurück (531 n. Chr.). Die Sachsen stellten dann mit Heinrich I. den ersten deutschen König (919).

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